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Wir trauern um Berthold Gröne

Montag, 11. Mai 2020, 14:18 Uhr, Alter: 20 Tage

Wir trauern um

 

Berthold Gröne

* 29.11.1960

† 04.04.2020

Vorsitzender des Bundesverbands Klinische Linguistik e.V. (BKL)

2010 – 2014

Stellv. Vors. des Deutschen Bundesverbands akademische Sprachtherapie und Logopädie e.V. (dbs)

2014 – 2018

 

Für uns alle unfassbar, verstarb unser lieber und geschätzter Kollege, unser Freund und Mentor plötzlich und unerwartet im Alter von gerade einmal 59 Jahren. Berthold Gröne wurde jäh aus einem erfüllten Leben gerissen, in dem er beruflich sehr erfolgreich war und das er auch als liebevoller und stolzer Ehemann, Familienvater und seit kurzem Großvater ausfüllte. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei erwachsene Söhne sowie einen Enkel. Ihnen allen gilt unser ganzes Mitgefühl, unser aufrichtiges Beileidund unsere guten Wünsche in dieser schweren Zeit.

 

Seit Oktober 2014 hatte Berthold Gröne die Fachkompetenzleitung für die Sprach- und Schlucktherapie an den KlinikenSchmiederinne. Er war für über 60 Sprach- und Schlucktherapeutinnen und -therapeuten an allen Standorten der Klinikgruppe zuständig. Dort erfüllte er seine Aufgaben mit herausragendem Engagement, fachlich höchst kompetent und immer mit einem feinen Gespür für seine Patientinnen und Patienten sowieKolleginnen und Kollegen. „Er war“, so die Klinikleitung, „immer da, wenn man ihn brauchte“.

 

Der gebürtige Bochumer absolvierte sein Studium der Germanistik und Linguistik an der Universität Göttingen. Dort kam er durch Prof. Paul-Walter Schönle und dessen Arbeit an der Artikulographie in Kontakt mit Neurophonetik und Klinischer Linguistik. Berthold Gröne trat nach dem Examen seine erste Stelle als Klinischer Linguist in Allensbach an und bewies dort bereits feines therapeutisches Gespür.

 

1995 wechselte er an das Klinikum München-Bogenhausen, einem Leuchtturm der neuropsychologischen Rehabilitation. Berthold Gröne machte sich auch hier einen Namen und arbeitete bis 2001 unter der Leitung von Prof. Georg Goldenberg. In diese Zeit fielen mehrere Veröffentlichungen in den Bereichen Aphasietherapie und Dysarthrie.

Seine damaligen Kollegen Dr. Ralf Glindemann und Eva-Maria Engl-Kasper erinnern sich:

„Auf der einen Seite war Berthold Gröne ein vielseitig talentierter und überaus qualifizierter Klinischer Linguist, (…) auf der anderen Seite war er ein versierter Kliniker und ‘Vollbluttherapeut‘, der es mit viel Erfahrung, Fingerspitzengefühl und Empathie verstand, auch auf Patienten und Patientinnen in schwierigsten Situationen konstruktiv zuzugehen, Vertrauen aufzubauen, mit ihnen realistische Perspektiven zu entwickeln und erfolgreich an differenzierten Zielen zu arbeiten.“

 

„Besonders in Erinnerung ist mir sein kabarettistisches Talent geblieben, z.B. bei Sketchen auf Klinikfeiern… er konnte wunderbar Leute nachmachen.“

 

Dem damaligen Vorsitzenden des BKL, Frank Ostermann, verdanken wir es, dass sich Berthold Gröne 2008 in den Vorstand des BKL wählen ließ und dessen Nachfolge 2010 antrat. Zu dieser Zeit arbeitete er als Leiter der Abteilung Sprach- und Kreativtherapie an der St. Mauritius Therapieklinik in Meerbusch. In dieser Zeit verfasste er Fachbeiträge zu seinen Arbeitsbereichen Dysphagie, Dysarthrie und Aphasie. Zu dem ehrenamtlichen Engagement in der Verbandsarbeit kam nun auch die Mitarbeit in der Redaktion der Fachzeitschrift „LOGOS“.

 

Gedanken seiner Wegbegleiter Dr. Petra Jaecks, Frank Ostermann und Frank Regenbrecht aus dieser Zeit:

 

„In den Anfängen haben wir wöchentlich Telefonkonferenzen mit der Redaktion gehabt und ich konnte mich darauf verlassen, in Berthold immer einen praktisch wie theoretisch professionellen Kollegen an der Seite zu haben. Ich erinnere mich aber auch an die vielen Abende mit den BKL-Kollegen, bei denen ich mich ebenfalls immer sehr wohl gefühlt habe.Bertholds Erzählungen über die Erlebnisse in der Klinik in Meerbusch und all die anderen lustigen Abende und Sitzungen werde ich nicht vergessen. Und natürlich bleibt auch im Gedächtnis, dass Berthold manchmal bei Pontius und Pilatus begonnen hat, bevor er zum Kern einer Sache kam :-)“

 

„Es machte schon Vergnügen, wenn er mit seiner ironischen Ader über unchristliche Machenschaften in einer katholischen Rehaklinik berichtete. Er konnte ebenso souverän über die Entlohnung in gemischten Teams einer Abteilung debattieren.“

 

„Berthold war ein toller Gastgeber. Er war echt kulturbeflissen und geschichtlich bewandert. Und immer diese ruhige Entspanntheit, zumindest nach außen. Ich glaube, ein Erfolgsgeheimnis von ihm war, nicht konkurrierend zu sein, und wenn, dann auf eine nicht verletzende Art.

 

In seine Zeit als BKL-Vorsitzender fiel die Neuordnung der Ausbildungsrichtlinie für Klinische Linguistik und die Erweiterung des Postgraduiertenpraktikums auf die GKV-Bedingungen. Gleichzeitig pflegte er die bestehenden Kooperationen mit den Studiengängen in Salzburg und Bochum, deren Absolventen Kandidaten für das Programm „Linguist/in im Praktikum“ waren. Nach seiner Zeit als BKL-Vorsitzender engagierte sich Berthold Gröne im Vorstand des dbs und vertrat dort Belange der Arbeit in Kliniken. Zuletzt vertrat er den dbs in einem aktuellen Leitlinienverfahren. Diese Arbeit bleibt nun unvollendet. Für die Verbandsarbeit konnte man sich keinen kompetenteren und versierteren Kollegen wünschen, und auch nach anstrengenden und langen Sitzungen ließ er keine Gelegenheit aus, um manchmal bis spät in die Nacht hinein zu klönen.

 

Als Berthold Gröne mit seiner Familie an den Bodensee zog, um ab 2014 in den Schmieder Kliniken zu arbeiten, hatte man den Eindruck, dass nun alles für ihn passte: seine Liebe zur Natur und zu den Bergen fand hier ihre Entsprechung, seinem kulturgeschichtlichen Interesse konnte er nachgehen, und nicht zuletzt schätzte er seine anspruchsvolle und erfüllende Arbeit. Sein Ziel war es, Forschung und Praxis miteinander zu verbinden, und so stieß er konsequenterweise Forschungsprojekte z.B. zur Objektivierung der Dysarthriebefundung oder die Entwicklung einer App zum Eigentraining an. Zuletzt setzte er sich dafür ein, dass die Kliniken Schmieder an einer multizentrischen Studie der Deutschen Forschungsgesellschaft teilnehmen, die den Einsatz der transkraniellen Gleichstromstimulation in der Aphasiebehandlung untersucht.

 

Mit Berthold Gröne verlieren wir einen hochgeschätzten Kollegen, der viel für die Klinische Linguistik und die Akademische Sprachtherapie geleistet hat, der sich im Ehrenamt vorbildlich für die Belange seines Berufs einsetzte und der vielen von uns ein Ratgeber, Wegbegleiter und Freund gewesen ist. Wir werden sein Andenken bewahren und uns bei vielen Gelegenheiten an seinen wachen Geist, seinen feinen Humor und seine fürsorgliche Art erinnern. Seiner Familie gilt unser ganzes Mitgefühl und unser Beistand.

 

Für die Mitglieder und für alle ehemaligen und aktiven Vorstandsmitglieder von BKL und dbs

Bernd Frittrang
Vorsitzender des BKL e.V.
Stellvertretender Vorsitzender der dbs e.V.

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