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Angebliche Gesundheitsgefährdung durch Masken

Mittwoch, 11. November 2020, 15:02 Uhr, Alter: 15 Tage

Im Internet kursiert derzeit in Video, in dem es um die angeblichen Gesundheitsgefährdungen durch den Gebrauch von Mund-Nasen-Bedeckungen (MNB) und FFP2-Masken geht und um die Haftung von Arbeitgebern bei vermeintlichen Schäden durch die Masken.

Das Video und die dazu gemachten Quellenangaben erwecken den Anschein, als handele es sich dabei um offizielle Stellungnahmen der Deutschen gesetzlichen Unfall-Versicherung (DGUV). Das geschieht durch die  Überschrift des Beitrags und des Videos: „Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung bestätigt, dass die Masken gegen Europäische Arbeitsschutzrichtlinien verstoßen (für Arbeitnehmer & unsere KINDER!)“ (Quelle: www.esistallesda.de). Das Video wurde auf der Youtube-Plattform von „Liberty News Berlin“ veröffentlicht, einem privat betrieben Kanal, auf dem sich viele Beiträge von Maskengegnern und bekannten Coronaleugnern befinden.

 

Der hergestellte Bezug zur DGUV ist falsch: Die DGUV hat weder das o.g. Video publiziert noch hat sie etwas mit der Stellungnahme zu tun. Auf der Homepage der DGUV heißt es zu diesen irreführenden Informationen (Meldung vom 10.11.2020):  „Berufsgenossenschaften und Unfallkassen erhalten deshalb vermehrt Anfragen zum Gebrauch von Mund-Nase-Bedeckungen (MNB). Hintergrund dieser Anfragen ist die Sorge, dass das Tragen von MNB der Gesundheit schaden könnte.“

Die DGUV verweist auf ein Statement, das sie am 10.11.2020 zu diesen Fragen veröffentlicht hat. Darin heißt es:

 

„Fakten zu Mund-Nase-Bedeckungen

Den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen liegen aktuell keine Informationen vor, die belegen, dass das Tragen einer MNB aus textilem Gewebe die Atmung in einem gesundheitsgefährdenden Maße beeinträchtigt oder eine so genannte 'CO2-Vergiftung' auslösen könnte. Umgekehrt sehen die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung in MNB eine Maßnahme, das Risiko von Tröpfcheninfektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 zu verringern, wenn der Mindestabstand nicht gewährleistet ist.

 

Ordnen Arbeitgeber den Einsatz von MNB an, sind sie verpflichtet, dies in ihrer Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen. Dies hat in den vergangenen Monaten immer wieder zu Nachfragen bei den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung geführt - insbesondere hinsichtlich der Tragedauer und Erholungszeiten. Die DGUV hat daher im Mai eine Empfehlung veröffentlicht.

 

Darin empfiehlt sie für MNB bei mittelschwerer körperlicher Arbeit eine Tragedauer von zwei Stunden mit einer anschließenden Erholungszeit von 30 Minuten. Während der Erholungszeit geht es darum, die MNB abzulegen; eine Arbeitspause ist damit nicht gemeint. Bei leichter Arbeit ist auch eine Verlängerung der Tragedauer auf 3 Stunden möglich. In der betrieblichen Praxis ist es außerdem oft möglich, situationsbedingt für kurze Zeit die MNB abzunehmen, wenn der Mindestabstand von 1,50 Meter zu anderen Personen gewährleistet werden kann. In diesen Fällen sollte in der Regel bereits eine ausreichende Erholung möglich sein.

 

Die Empfehlung liefert Arbeitgebern Orientierungswerte. Sie macht jedoch keine verbindlichen Vorgaben. Insbesondere lässt sich aus ihr nicht ableiten, dass Hygienepläne und betriebliche Regelungen, die das Tragen von MNB vorsehen, hinfällig sind. Auch lässt sich keine Verpflichtung für Arbeitgeber daraus herleiten, Vorsorgeuntersuchungen nach ArbmedVV anzubieten.“ (Hervorhebungen durch den dbs)

 

Quelle: DGUV https://www.dguv.de/de/mediencenter/pm/pressearchiv/2020/quartal_4/details_4_411780.jsp

 

Zur näheren Information haben wir die Tragezeit-Empfehlungen der DGUV in einem Merkblatt zusammengefasst, das wir Ihnen im Mitgliederbereich zur Verfügung stellen.

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