StartImpressumDatenschutzSitemap

Wichtige Änderungen im Heilmittelbereich auf der politischen Agenda

Mehr Geld und mehr Verantwortung?

Seit der Einführung der sog. Grundlohnsummenanbindung durch das Gesundheitsstrukturgesetz im Jahr 2003 kämpft der dbs für die Abkopplung im Heilmittelbereich. Mit den stetig gleichen Gegenargumenten von Mengenausweitung und immer mehr zugelassenen Praxen sind wir von der Gesundheitspolitik jedoch lange hingehalten worden. Erst jetzt scheinen die Bemühungen der Berufsverbände das nötige Echo in der Gesundheitspolitik gefunden zu haben.

 

Durch den CDU Gesundheitspolitiker und Physiotherapeuten Dr. Roy Kühne hat die Gesetzesinitiative neuen Schwung bekommen. Im vorliegenden Entwurf zum Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetz ist die geforderte Abkopplung der Vergütungsentwicklung von der Grundlohnsummenbindung der wichtigste Bestandteil für die Heilmittelbranche.

Daneben ist auch noch eine deutliche Beschleunigung von Schiedsverfahren vorgesehen, was die Berufsverbände angesichts der quälend langen Verfahren, z.B. aktuell im Rheinland, nur begrüßen können.

 

Ein kritischer Punkt im Gesetzentwurf sind die vorgesehenen Modellversuche mit sogenannten Blankoverordnungen. Dabei soll der Arzt auch weiterhin die Verordnung ausstellen und der Therapeut kann die Anzahl und die Frequenz der Behandlungen bestimmen. Der dbs fordert aber für die Sprachtherapie/Logopädie die Loslösung von der ärztlichen Heilmittelverordnung und damit die direkte Entscheidung über die Behandlungsnotwendigkeit durch den Therapeuten.

Bei der Forderung nach einem Direktzugang sind wir in guter Gesellschaft der Landesgesundheitsministerien, die im Rahmen der Gesundheitsministerkonferenz ebenfalls einen Direktzugang auch für Patienten der gesetzlichen Krankenversicherung gefordert haben.

 

Man darf aber nicht die Augen verschließen vor den möglichen Konsequenzen von mehr Vergütung und mehr Verantwortung im Gesundheitssystem. Wenn Therapeuten über das Ob und Wie der Therapie entscheiden dürfen, werden die Krankenkassen eine finanzielle Verantwortung für das Verordnungsverhalten mit guten Gründen einfordern.  Das größte Schreckgespenst der Ärzteschaft, der Regress, lauert dann vielleicht zukünftig auch vor der sprachtherapeutischen Praxis.

 

Auch eine andere Frage wird zu beantworten sein, wenn die Grundlohnsummenanbindung wirklich fallen sollte. Mit welchen Forderungen wollen und müssen die Berufsverbände in die Verhandlungen (und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in Schiedsverfahren) mit den Krankenkassen gehen? Die Anlehnung an die Vergütung in der Psychotherapie scheint durchaus begründbar. Hier liegt der Satz bei ca. 90 Euro pro Stunde.

Aber auch hier gilt: Keine Vorteile ohne Nachteile. Laut Bundesmantelvertrag ist im ärztlichen/psychotherapeutischen Bereich geregelt, dass nicht mehr als drei Vollzeitbeschäftigte oder Teilzeitbeschäftigte Ärzte/Psychotherapeuten angestellt werden dürfen.

 

Wir stehen also vor wichtigen Entscheidungen und vielen Fragen, wenn die Gesundheitspolitik Wort hält und die oben beschriebenen Änderungen wirklich umsetzt.

 

Der dbs wird dabei die Interessen der akademischen Sprachtherapie/Logopädie mit Nachdruck, aber auch mit Augenmaß vertreten. In diesen spannenden Zeiten ist es nach meiner Überzeugung wichtig, in einem Berufsverband organisiert zu sein. Nur so können wir und letztlich Sie Veränderungen mitgestalten.

 

Vielleicht können Sie ja eine Kollegin überzeugen, die noch nicht Mitglied ist.

 

Mit herzlichen Grüßen

RA Volker Gerrlich (dbs-Bundesgeschäftsführer) 

Suchen

dbs-Geschäftsstelle:

Zentrale: 02841-998191-0

Fortbildungen: 02841-998191-2

Fax: 02841-998191-3

E-Mail info@dbs-ev.de
----------------------------------------------

dbs-Hotline für Mitglieder:

Dienstag, 16.00-19.00 Uhr und

Donnerstag, 10.00-12.30 Uhr

02841-998191-0

Praxis - Beruf - Verband

Aktuelle Termine

Alle Termine im Überblick

Mitgliederbereich

Exklusiv für dbs-Mitglieder:
Aktuelle Informationen, Verträge, Preisvereinbarungen, Servicepapiere etc. Bitte melden Sie sich an!