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Prosodie und Kindersprache - dbs-Symposium 2012

Prosodie und Kindersprache - 13. Wissenschaftliches Symposium des dbs in Marburg spannt überzeugend den Bogen zwischen Theorie und Praxis    

 

Mit dem 13. wissenschaftlichen Symposium des dbs, eingerahmt von vier Praxis-Workshops, Vorstands- und Beiratssitzungen sowie Landesgruppenvertreter- und Mitgliederversammlung, war Marburg vom 25. – 28.1. vorübergehend Zentrum des pulsierenden dbs-Geschehens zwischen Fachgesellschaft und Berufsverband.   Zusammen mit der Philipps-Universität hatte der Verband sich an das Thema „Prosodie und Kindersprache - Bedeutung der Prosodie und ihrer Schnittstellen für Spracherwerb und Sprachtherapie“ gewagt. Obwohl bekannt ist, dass die Prosodie eine wichtige Einstiegshilfe in den Spracherwerb darstellt, gibt es weit weniger Klarheit darüber, wie relevant die Prosodie für die Beschreibung und möglicherweise die Erklärung von Sprachentwicklungsstörungen (SES) ist. Den Organisatorinnen Prof. Dr. Christina Kauschke, Marburg, Dr. Susan Ott, Judith Heide, beide Potsdam, und Barbara Geist, Frankfurt, war es gelungen, ein Programm zusammenzustellen, das die Aktualität des Themas aufgriff und den Bogen von der Theorie zur Praxis überzeugend spannte. 250 Fachleute folgten am vergangenen Wochenende der Einladung nach Marburg und wurden Zeugen hochkarätiger Berichte aus Grundlagen- und angewandter Therapieforschung. Die knisternde Aufmerksamkeit und differenzierte Diskussionsführung des Auditoriums machte einmal mehr deutlich, wie ernsthaft Sprachtherapeuten in Deutschland den Anspruch auf wissenschaftliche Eigenständigkeit ihres Fachbereiches und Augenhöhe mit anderen Heilberufen vertreten.    

 

Die alte Aula bot den stimmungsvollen Rahmen der Fachveranstaltung.

Der Bundesvorsitzende Dr. Volker Maihack dankte in seiner Begrüßungsansprache dem Dekan der Universität für die Gastfreundschaft und lobte die Idee der dbs-Symposien, mit einem thematischen Fokus intensive Auseinandersetzung zu ermöglichen.    

 

Prof. Dr. Joachim Herrgen, Dekan der Fakultät für Germanistik und Kunstwissenschaften öffnete die Augen für den geschichtsträchtigen Tagungsort und hob die Exzellenz der klinischen Linguistikforschung an der Universität Marburg hervor.    

 

Die Verantwortliche für den Studiengang Speech Sciences an der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Christa Heilmann, hielt eine Laudatio zur GKV-Anerkennung des zugehörigen Masterstudiengangs Klinische Linguistik und betonte, dass Prof. Kauschke ihn mit ihren Mitarbeitern, mit der anwendungsorientierten Ausrichtung und der guten Zusammenarbeit mit dem dbs zu besonders raschem Erfolg geführt habe.    

 

Dr. Susan Ott sensibilisierte mit ihrer Einführung in das Symposiumsthema für die linguistische, emotionale und pragmatische Funktion der Prosodie in der sprachlichen Kommunikation. Gemeinsam mit Judith Heide moderierte sie das Symposium.    

  

 

 Prof. Dr. Barbara Höhle, Potsdam, erläuterte anhand der Ergebnisse ihrer Forschergruppe die strukturierende Funktion der Prosodie im normalen und gestörten Spracherwerb.    

 

Dr. Angela Grimm, Frankfurt a. M. zeigte die Möglichkeiten phonotaktischer Wahrscheinlichkeitsberechnungen für Kinder mit und ohne Sprachentwicklungsstörungen beim Lexikonerwerb auf.    

 

Prof. Dr. Christina Kauschke, Marburg, veranschaulichte den Bootstrapping-Mechanismus am Beispiel der Schnittstelle Prosodie-Morphologie. Für den Erwerb des Plurals und des Perfekt lieferte sie zahlreiche Daten aus dem gestörten und ungestörten Spracherwerb.  

 

Parallelen zwischen Musik- und Sprachverarbeitung und die damit verbundenen besonderen Schwierigkeiten von Kindern mit Sprachentwicklungsstörungen machte Dr. Stephan Sallat, Leipzig, anhand seiner umfangreichen Forschungsergebnisse transparent.    

 

 

Dr. Sue Peppé war extra aus Edinburgh angereist, um anhand von Ton- und Textbeispielen, die Wirkung von Prosodie und ihren Störungen zu veranschaulichen. Sie stellte das derzeit einzige verfügbare Untersuchungsverfahren zu prosodischen Fähigkeiten, das „Assessment of prosodic abilities in children with atypical language development“, vor.  

 

 

Dr. Zvi Penner, Konstanz, sprach zur Therapie bei prosodischen Störungen und präsentierte Ausschnitte aus seinen Fortbildungsfolien.

 

 

 

Dr. Ute Schräpler, Leipzig, plädierte für den Verzicht auf rhythmisch-prosodische Zusatzinformationen in der Therapie von semantisch-lexikalischen Störungen, da sie sich in ihren Daten als wenig hilfreich erwiesen hatten.

 

 

 

 

Das Resümee von Dr. Ulrike de Langen-Müller, Bad Griesbach, fasste die Highlights der Vorträge zusammen, warnte vor verfrühter Gewissheit beim Transfer der Forschungsergebnisse in die Therapie und ermunterte zu Therapiestudien.    

 

Durch die Verleihung der dbs-Förderpreise führte Prof. Dr. Martina Hielscher-Fastabend.Auch Laudator Bernd Frittrang gratulierte den Preisträgerinnen: Juliane Burmester, Potsdam (1. Preis), Verena Gödde & Angela Benassi, Bielefeld (2. Preis) und Ruth Sarimski, München (3. Preis).

 

 

Großes Interesse weckte die Postereröffnung im Welcome Hotel. Die 12 Poster talentierter Nachwuchswissenschaftler zu den Themenbereichen Sprachstandserhebung, Mutismus, Prosodie und Spracherwerb, Erworbene Sprach- und Sprechstörungen sowie Mehrsprachigkeit luden auch im weiteren Verlauf des Symposiums zur Auseinandersetzung ein.    

 

Mittags- und Kaffeepausen boten Gelegenheit zum Austausch mit Kollegen, zum Einholen von Auskünften und Infomaterial am gut sortierten und freundlich besetzten dbs-Tagungsbüro sowie zur Erweiterung des Materialfundus am Büchertisch der Firma ProLog.    

 

Kabarettist und Jazz-Pianist Andy Sauerwein strapazierte erfolgreich die Lachmuskeln der Teilnehmer, was neben dem reichlichen Buffetgenuss erheblich zur Entspannung beim Begrüßungsabend im festlich dekorierten Welcome Hotel beitrug.    

 

Zahlreiche Mitglieder informierten sich auf ihrer jährlichen Versammlung über die Projekte des dbs. Der Rechenschaftsbericht des Vorstandes wurde mit großem Applaus zur Kenntnis genommen. 

Das Organisatorenteam

Das komplette Programm können Sie hier nachlesen.

 

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Presseberichte zum Symposium in der Oberhessischen Presse

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