
Dr. Sandra Lafenthaler ist Klinische Linguistin und Neurolinguistin an der Universitätsklinik für Neurologie der Christian-Doppler-Klinik in Salzburg, Österreich. Seit 2016 lehrt sie am Fachbereich Linguistik der Paris-Lodron-Universität Salzburg, wo sie ihre Expertise in den Bereichen erworbene Sprachstörungen und kognitive Kommunikationsstörungen einbringt. Sie ist seit 2023 Vorsitzende der Young Investigators der Österreichischen Alzheimer Gesellschaft (ÖAG) und seit 2025 Mitglied des ÖAG-Vorstands. Ein zentraler Schwerpunkt ihrer klinischen und wissenschaftlichen Arbeit ist die neurolinguistische Diagnostik, insbesondere die differenzierte Erfassung sprachlicher Veränderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen, und die darauf aufbauende sprachbasierte Intervention.
Demenzielle Erkrankungen – sowohl sprachdominante neurodegenerative Syndrome, wie die primär progressive Aphasie, als auch andere Demenzformen, wie die der Alzheimer Erkrankung, – gehen häufig mit erheblichen kommunikativen Einschränkungen einher. Diese beeinträchtigen die soziale Teilhabe, belasten Betroffene wie Angehörige und mindern die Lebensqualität.
Trotz ihrer klinischen Relevanz werden umfangreiche sprachliche Untersuchungen im diagnostischen Prozedere bislang standardmäßig nur unzureichend berücksichtigt. In der klinischen Praxis werden sprachliche Symptome meist im Rahmen neuropsychologischer Testbatterien erfasst. Die Forschung zeigt jedoch, dass solche Standardtests die Komplexität sprachlicher Veränderungen – insbesondere bei sprachdominanten Demenzformen – nicht adäquat abbilden. Dazu zählen semantische Verarbeitungsprozesse, schriftsprachliche Fähigkeiten, Satzproduktion und Sprachplanungsprozesse. Eine differenzierte sprachdiagnostische Untersuchung ist daher essenziell, um sowohl gestörte als auch relativ erhaltene sprachliche Prozesse zu identifizieren. Dies ist sowohl für eine korrekte (Differential-)Diagnose als auch für nicht-medikamentöse Interventionen von Bedeutung.
Da im deutschsprachigen Raum bislang keine standardisierten sprachdiagnostischen Verfahren für demenzielle Erkrankungen vorliegen, wird häufig auf Testinstrumente zurückgegriffen, die ursprünglich für klassische (postakute) Aphasien entwickelt wurden. Diese eignen sich jedoch nur bedingt, um die sprachlichen Defizite im Rahmen neurodegenerativer Erkrankungen adäquat abzubilden.
Die Fortbildung bietet einen kompakten Überblick über sprachliche Symptome verschiedener Demenzformen. Es werden aktuelle sprachdiagnostische Lücken und Entwicklungen skizziert und aufgezeigt. Zudem werden praktikable diagnostische Ansätze vorgestellt und anhand von Fallbeispielen demonstriert, wie sprachbasierte Befunde in der klinischen Entscheidungsfindung helfen können.
An dieser Stelle können Betroffene oder interessierte Eltern bzw. Angehörige von sprach- und sprechgestörten Menschen Sprachtherapeut:innen in ihrer Nähe finden.
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