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Der Workshop Klinische Linguistik 2021 - Ein Tagungsbericht aus der Beobachterperspektive

Montag, 10. Mai 2021, 15:23 Uhr, Alter: 135 Tage

Nach einem Jahr Corona-bedingter Wartezeit war es am 7. Mai 2021 endlich soweit, und der XXXIII. Workshop Klinische Linguistik konnte im virtuellen München stattfinden. Aber nicht nur Corona hat zu einem digitalen Fokus beigetragen, auch inhaltlich bildete das Thema „Digitalisierung der Sprachtherapie“ einen Schwerpunkt. Am ersten Tag spielte dabei die Verschmelzung eine besondere Rolle. Theoretisch wurde sie im Rahmen eines Seminars zu einer App für Aphasie und Aussprachestörungen sowie während eines Forums zur Digitalisierung sprachtherapeutischer Ansätze auf Basis von Blended Learning Modellen exemplifiziert. Verbandspolitisch gab es dafür die Mitglieder-Infoveranstaltung, in der die Verschmelzung des BKL mit dem Deutschen Bundesverband für akademische Sprachtherapie und Logopädie (dbs) erörtert wurde.

 

Keynote-Sprecherin war Prof.in Simone Falk, die, aus Montreal/Kanada zugeschaltet, einen Vortrag zu Rhythmus und Timing bei Sprech- und Sprachstörungen mit vielfältigen Anleihen aus der Musiktheorie hielt und an dessen Ende wohl alle Zuhörer*innen verblüfft waren, selbst flüssig reden zu können angesichts der hochkomplexen zugrundeliegenden Verknüpfungen zwischen sprachlichen und motorischen Prozessen.

Weitere klinisch-linguistische Inhalte wurden vor allem am zweiten Veranstaltungstag vorgestellt, nämlich im Kontext von Cochlea-Implantaten und Redeflussstörungen, Kindersprache sowie zur Neurologie und Rehabilitation mit teils sehr klinischen Einsatzbereichen wie der intraoperativen Sprachdiagnostik, dem Arbeiten im multidisziplinären Intensivteam sowie nicht-invasiver Hirnstimulation in der Frührehabilitation. 14 Poster verteilt auf zwei Sessions luden zum Austausch in Pausenzeiten ein. Diese einzelnen Highlights auf Besonderheiten des Workshops erheben nicht den Anspruch auf Vollständigkeit und sollen nicht-erwähnte Themen keinesfalls schmälern!

 

Inhaltlich konnte das digitale Format in jedweder Hinsicht überzeugen und mit der Qualität vorheriger Präsenz-Workshops gleichziehen. Die Reichweite lag sogar mit fast 200 Teilnehmer*innen deutlich oberhalb bisheriger BKL-Tagungen. Insbesondere für den internationalen Austausch war die Online-Konzeption förderlich und machte den Workshop zum Bindeglied für Teilnehmer*innen sowie Referierende aus Iran, Russland, Schweiz, Österreich und Italien.

 

Das persönliche Erlebnis war jedoch ein Anderes. Ein Empfangsabend in einer Linguist*innen zugetanen beliebigen x-Bar, der Besuch in der Pinakothek der Moderne im Anschluss an den Workshop oder eine Runde Wellenreiten im Eisbach konnte in dieser Umsetzung nicht stattfinden –  jedoch ist dies ein postpandemischer Ausblick auf den nächsten Workshop Klinische Linguistik, hoffentlich in 2022, und allgemein auf das kommende Jahr.

 

Jürgen Konradi

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