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Sie haben die Wahl! Wahlprogramme der Parteien zur Bundestagswahl und die Wunschliste des dbs

Montag, 13. September 2021, 08:34 Uhr, Alter: 82 Tage

Seit Jahren haben die Parteien den Gesundheitssektor als wichtigen Bereich des Wahlkampfs und für ihre Programme entdeckt. Sehr unterschiedlich fällt allerdings die Bedeutung der Heilmittelerbringer aus.


Mit Abstand am ausführlichsten schreiben die Grünen ihre Vorstellungen ins Programm: „Bei nachgewiesener Qualifikation wollen wir den Direktzugang für Therapeut*innen. Die Arbeitsbedingungen in und die Vergütung von Therapieberufen müssen dringend ihrer wichtigen Rolle im Gesundheitswesen angepasst, das Schulgeld für diese Ausbildungen muss abgeschafft werden. Die Ausbildung in den Therapieberufen muss in regulären Studiengängen möglich sein.“

 

Auch die CDU denkt an Sie als Wähler*in, nicht ganz so konkret, aber nicht minder freundlich: „Die Kompetenzen der Heil- undHilfsmittelerbringer werden wir stärker nutzen.“ Auch die Ausbildung soll verbessert werden:„In den Gesundheitsberufen und in der Pflege werden wir die Aus- und Weiterbildung stärken und die Reform der Berufsgesetze vollenden.“

Man möchte ergänzen: Nach 16 Jahren Verantwortung in dem Bereich und der wiederholten Verlängerung der Modellklausel bis 2024 in den Berufsgesetzen wird es auch Zeit für die Vollendung.


Die SPD findet unter der Überschrift „Eine Gesellschaft des Respekts“ allgemeine Worte für den Heilmittelbereich: „Wir werden zudem unseren Weg fortsetzen, in den Berufen der Gesundheit, Pflege und Erziehung die vollschulischen Ausbildungen dual auszurichten.
Damit werden sie kostenfrei und die Auszubildenden erhalten eine Vergütung. Zudem werden wir die dualen akademischen Ausbildungswege und damit die Bedeutung der Professionalität in diesen Berufsfeldern stärken.“


Ebenfalls eher allgemein, dafür aber um den Aspekt der Budgetfreiheit bereichert, schreibt die FDP: „Heilmittelerbringerinnen und Heilmittelerbringer sowie Hebammen und Geburtshelfer müssen in medizinischen Fragen autonom und frei von Weisungen Dritter entscheiden können. Denn die Therapiefreiheit der Behandlung ohne Budgetierungszwang kommt den Patientinnen und Patienten zugute.“

 

Für ein anderes System der Versorgung steht die Linke, hier sollen mittelfristig regionale Versorgungszentren zum Rückgrat des ambulanten Sektors werden. Auch Psychotherapeut*innen, Physio- und Ergotherapeut*innen, Logopäd*innen, Podolog*innen, Hebammen und Apotheken sollen einbezogen werden. Für die vielen freiberuflich tätigen Therapeut*innen sicher eine wenig attraktive Vorstellung.


Was wünscht sich der dbs von der nächsten Bundesregierung?
Der Abschluss der Reform der Berufsgesetze ist überfällig! „Grundständig akademisch und mit den Kompetenzen zum Direktzugang versehen“ muss die Forderung lauten. Nur so wird der Beruf dauerhaft wieder attraktiv für junge Menschen und der Nachwuchsmangel kann beseitigt werden.
Mit dieser Forderung geht eine angemessene Weiterentwicklung der Vergütung einher und eine deutliche Entbürokratisierung des therapeutischen Alltags. Auch als Verband haben wir Wünsche an die Zukunft. Mehr Einfluss beispielsweise auf die Entscheidungen
des G-BA (Gemeinsamer Bundesausschuss) und damit auf die Heilmittel-Richtlinien und auch auf andere Festlegungen, wie z. B. das Verordnungsmuster, das aktuell über die Köpfe der Therapeut*innen hinweg von Ärzt*innen und Krankenkassen bestimmt wird.

 

Die Zwangsgemeinschaft bei den Vertragsverhandlungen mit anderen als maßgeblich anerkannten Verbänden ist für die Arbeit des dbs und letztlich für die Verhandlungsergebnisse nicht förderlich. Auch an dieser Stelle sollte der Gesetzgeber nochmals nachdenken und Korrekturen vornehmen.


Jetzt haben Sie die Wahl, mit Ihrer Stimme die gesundheitspolitische Richtung im Heilmittelbereich mitzubestimmen.

Viel Erfolg dabei!


Volker Gerrlich
dbs Bundesgeschäftsführer

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