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Pressemitteilung: Sprachtherapeuten empfehlen: Schnittstellen-Konzept für Bildung und Gesundheit!

Mittwoch, 20. Juni 2012, 14:08 Uhr, Alter: 9 Jahre

(Moers) Die Begriffe Inklusion und Barrierefreiheit stehen in der Bildungs- und Gesundheitspolitik für mehr Gesundheit und Selbstverwirklichung insbesondere für Menschen mit Migrationshintergrund und für Menschen mit Behinderung. Der Koalitionsvertrag 2012 – 2017 von SPD und Bündnis Grüne/Die Grünen strebt in beiden Politikressorts in NRW an, mehr gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe zu verwirklichen.

 

Der Deutsche Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (dbs) begrüßt diese Ziele, möchte aber bewusst machen, dass nach dem Anschauungswechsel in beiden Systemen auch die Schnittstelle zwischen KiTa bzw. Schule und Gesundheit aktiv gestaltet werden muss.

 

Inklusion im Bildungsbereich setzt voraus, so SPD und Grüne, dass die defizitorientierte Sicht aufgegeben und stattdessen Vielfalt und Potenziale gefördert werden. Auch für die Medizin in NRW strebt der Koalitionsvertrag eine dem ganzheitlichen Menschenbild verpflichtete Sichtweise, im Sinne der internationalen Klassifikation von Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF der WHO 2001), an. Ressourcen und Barrieren in Persönlichkeit und Umfeld - einst Fachbegriffe aus Soziologie und Pädagogik – gehören inzwischen zum medizinischen Konzept von Gesundheit wie die Körperorgane und ihre Funktionen.

 

 „Deshalb sollten sich die verschiedenen Politikressorts die Hände reichen“, kommentiert der dbs-Bundesvorsitzende Dr. Volker Maihack den Koalitionsvertrag, „aber die Politik bleibt bei der administrativen Trennung und formuliert für jeden Bereich einzeln, wie ein inklusives, barrierefreies Schul- bzw. Gesundheitswesen verwirklicht werden soll. Die Schnittstelle und die Idee, dass gerade die Inklusion in Kindheit und Jugend ein Miteinander von pädagogischer Förderung und medizinischer Therapie erforderlich macht, bleiben unausgesprochen.“

 

Der dbs verdeutlicht das Problem am Umgang mit sprachauffälligen Kindern. Sie besuchen den Kindergarten und werden dem Kinderarzt vorgestellt. Sprachförderung ist im Bildungsplan vorgesehen, Sprachtherapie im Heilmittelkatalog verankert. Laut Koalitionsvertrag wird das Bildungswesen auf der einen Seite sein elementares Bildungsangebot ausbauen und Sprachdiagnostik und -förderung verbessern. Auf der anderen Seite sind Sprachstörungen eine medizinische Diagnose und das Gesundheitssystem setzt künftig neben Kuration und Rehabilitation vermehrt auf Prävention und Gesundheitsförderung. Nun ist zu klären, wie sich die Zuständigkeiten der Erzieherin, der Ärztin und der Sprachtherapeutin bei der Versorgung von Kindern mit Sprachauffälligkeiten dadurch verändern.

 

Unklar ist, wie Sprachtherapie zukünftig sichergestellt werden kann, wenn sprachgestörte Kinder zunehmend in Ganztageseinrichtungen und Regelschulen unterrichtet werden, die Abgabe von Heilmitteln andererseits dort aber streng reglementiert ist. Wie verteilen sich künftig die präventiven, kurativen und rehabilitativen Aufgaben der Pädagogen, Ärzte und Therapeuten zum Nutzen der Kinder? Wie sollen die Systeme ineinander greifen? Bislang sind die Lösungswege noch abstrakt formuliert. Der dbs bietet an, die Schnittstelle zwischen Bildung und Medizin am Beispiel Sprachförderung versus Sprachtherapie modellhaft mitzugestalten.

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