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PRESSEMITTEILUNG

Donnerstag, 13. September 2012, 11:22 Uhr, Alter: 9 Jahre

Sprachtherapeuten für gerechte Gehaltsverteilung im Gesundheitswesen

Vorschläge zum Verbrauch der 21,8 Milliarden Euro Finanzreserven in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) haben inzwischen viele gemacht: niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Pharma-Industrie, Apotheker. Bislang nur leise forderte ein Wohlfahrtsverband, den Versicherten dringende Leistungen nicht länger vorzuenthalten. Eine Säule des medizinischen Systems hat ihre Gestaltungswünsche noch gar nicht geäußert: die Gesundheitsfachberufe.

 

Der Deutsche Bundesverband der akademischen Sprachtherapeuten (dbs) weist insbesondere auf die Situation hochqualifizierter Sprachtherapeuten/Logopäden hin. Sie haben ein Hoch- bzw. Fachhochschulstudium absolviert und erfüllen strenge Fortbildungsrichtlinien. Arbeiten sie als Freiberufler in der Praxis, leiden sie schon seit vielen Jahren länger als die klagenden Ärzte darunter, dass ihnen steigende Betriebsausgaben bei gedeckelten Gesundheitsleistungen Minusrunden bescheren. Der durch die Krankenkassen festgelegte Vergütungssatz variiert bundeslandabhängig zwischen 25 und 38 € für 45 Minuten Sprachtherapie. Damit erhält ein Sprachtherapeut bei vergleichbarer akademischer Ausbildung und ähnlicher Tätigkeit, weniger als ein Drittel des Satzes, den die KV den Psychotherapeuten zugeteilt hat.

 

Sprachtherapeuten, die als Angestellte in Praxen, Kliniken oder Frühfördereinrichtungen beschäftigt sind, verdienen durchschnittlich zwischen 1700 und 2500 € brutto und damit weniger als eine Grundschullehrerin, viele liegen unter dem Gehalt einer Erzieherin und gehören zu der Gruppe, für die jüngst in der Rentendebatte drohende Altersarmut vorhergesagt wurde.

 

Die Gesamtausgaben der GKV für Sprachtherapie liegen unter 400 Mio. Euro. Dem stehen die Erhöhungsforderungen der Mediziner und Psychotherapeuten von insgesamt 3,5 Milliarden Euro gegenüber.

 

Arbeitsteilung und Zusammenarbeit sind grundlegende Voraussetzungen der Versorgung im Gesundheitswesen, Sprachtherapie/Logopädie ist eine darin gesetzlich verankerte Leistung. Sprachtherapie ergänzt die Behandlung durch den Arzt und festigt Erfolge zum Beispiel der Notfallmedizin oder der Frühgeborenenversorgung. In der Rehabilitation von Unfallopfern und Schlaganfallpatienten, in der Therapie von Kindern mit Entwicklungsstörungen oder der Behandlung von Patienten mit Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen werden sie durch die Leistungen der Gesundheitsfachberufe in alltagsbedeutsame Fähigkeiten umgewandelt.

 

Medizinisch-technischer Fortschritt, gesellschaftlicher Wandel und neue Krankheitsbilder führen in Physio-, Ergo- oder Sprachtherapie zu einem anspruchsvolleren Tätigkeitsprofil mit gestiegenen Qualifikationserfordernissen. Die Vergütung entspricht dem Profil dieser Leistungen bei weitem nicht mehr. Die große Diskrepanz zwischen Mediziner- bzw. Psychotherapeutengehältern und den Gehältern der übrigen Fachleute im Gesundheitswesen ist weder fachlich noch gesellschaftspolitisch vertretbar. Der dbs fordert endlich eine angemessene Vergütung der Sprachtherapie und sieht in der Umverteilung der Mittel einen Lösungsansatz.

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