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13.05.2024

„Interventionen bei Sprachentwicklungsverzögerungen und -störungen“ – eine Zusammenfassung im Deutschen Ärzteblatt.

Die Ergebnisse und Empfehlungen aus der aktuellen interdisziplinären S3-Leitlinie „Therapie von Sprachentwicklungsstörungen“ fasst ein Artikel im Deutschen Ärzteblatt zusammen. Die Autor:innen (die Professor:innen Annette Fox-Boyer, Christina Kauschke, Christiane Kiese-Himmel, Carina Lüke und Stephan Sallat) geben darin einen gründlichen Überblick über den Stand der Evidenzen und Empfehlungen in den Bereichen Sprachentwicklungsverzögerungen, Aussprachestörungen, Wortschatzstörungen, Pragmatisch-kommunikative Störungen, Sprachentwicklungsstörungen bei Mehrsprachigkeit, Stationäre Sprachrehabilitation, Therapie von Sprachentwicklungsstörungen bei Komorbiditäten, Autismus-Spektrum-Störungen, Mutismus und Hörstörungen.

Zusammengefasst verweist der frei zugängliche Artikel darauf, dass „Systematische Reviews und Metaanalysen die mindestens kurzfristige, möglicherweise auch langfristige Wirksamkeit von Sprachtherapie, insbesondere für die phonologische Lautbildung und den aktiven Wortschatz [belegen]. Für Grammatik liegen uneinheitliche Ergebnisse vor. Gruppentherapien sind gleich effektiv wie Einzeltherapien, Interventionen durch geschulte Eltern ebenso wirksam wie von Fachpersonen durchgeführte, und auch der Einbezug sprachgesunder Gleichaltriger ist effektiv. Dem Late-Talker-Risikostadium von SES kann durch Frühinterventionen wie Elterntrainings und Sprachtherapie begegnet werden. Stationäre Sprachtherapie sollte bei deutlichen oder drohenden Defiziten der Sprach- und Kommunikationsentwicklung erwogen werden.“

Deutlich heben die Autor:innen hervor, dass In Deutschland die Sprachentwicklungsforschung häufig nicht internationale Standards erreiche. Die Leitlinie belege die Notwendigkeit von Therapieforschung, um Therapieverfahren, -dosierungen und -settings effektiver zu machen. International als hocheffektiv belegte Elterntrainings würden selten eingesetzt und nicht regelhaft von Krankenkassen erstattet, ambulante Kleingruppentherapien und Online-Therapien fänden kaum statt, ebenso wenig der Einbezug sprachgesunder Gleichaltriger; Frühinterventionen bei SEV oder (U)SES blieben Ausnahmen. Meist finde Sprachtherapie spät, bei Fünf- bis Neunjährigen, statt.

Folgerichtig schließt der lesenswerte Artikel mit der Forderung, die Behandlungspraxis und die Heilmittel-Richtlinie dem aktuellen Wissensstand anzupassen.

 

Link zum Artikel im Deutschen Ärzteblatt: 
Interventionen bei Sprachentwicklungsverzögerungen und -störungen
Interventions for developmental language delay and disorders

Dtsch Arztebl Int 2024; 121: 155-62; DOI: 10.3238/arztebl.m2024.0004

Neumann, KatrinKauschke, ChristinaFox-Boyer, AnnetteLüke, CarinaSallat, StephanKiese-Himmel, Christiane


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