
12.12.2025
„Deutsche Adaptierung und Erprobung des Comprehensive Aphasia Test (CAT)“

Das multizentrische Projekt zur deutschen Adaptierung und Erprobung des CAT ist unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. phil. Stefanie Brühl in der Klinischen Kognitionsforschung (Univ.-Prof. Dr. med. Ferdinand Binkofski) am Universitätsklinikum RWTH Aachen angesiedelt und wird durch den Bundesverband Klinische Linguistik (BKL) (nun Teil des dbs) und die Gesellschaft für Aphasieforschung und -behandlung (GAB) finanziell unterstützt. Bis zum aktuellen Zeitpunkt (Stand 11/2025) ist der CAT mit Unterstützung durch drei Masterarbeiten erfolgreich ins Deutsche übertragen, an 50 gesunden SprecherInnen überprüft und an 25 Personen mit Aphasie erprobt worden. Die drei teilnehmenden Zentren zur Evaluation an PatientInnen mit Aphasie sind das Universitätsklinikum RWTH Aachen, die Mauritius Therapieklinik in Meerbusch und die Moritz-Klinik in Bad Klosterlausnitz; die Mitglieder der Arbeitsgruppe zur Evaluation des CAT sind unten aufgeführt.
Das CAT-Material einschließlich eines Videos zur Einführung in den CAT, die Testmappe sowie der Protokollbogen liegen vor, das Handbuch ist in einer ersten Fassung skizziert; das Testinstrument wurde 2024 von S. Brühl auf der DGNR/DGNKN-Tagung als Vortrag präsentiert. Die Fertigstellung des Testinstrumentes sowie seine Publikation in einem Verlag werden nun weiter vorbereitet. Die Restgelder der BKL-Förderung von 8.467,45 € (Budget initial: 30.354,00 €) sollen weiterhin vorwiegend für Personalmittel eingesetzt werden, um die Publikation des CAT voranzubringen und zu einem erfolgreichen Abschluss zu bringen. Eine Zeitschriftenpublikation der Evaluationsergebnisse wird ebenfalls angezielt.
Hintergrund: Der international bekannte ‚Comprehensive Aphasia Test‘ (CAT) (englisches Original von Howard, Swinburn, & Porter, 2004) ist oder wird derzeit in 26 Sprachen übertragen, darunter in die deutsche Sprache (Brühl & Wenger, in Kooperation mit der CAT-Arbeitsgruppe, in Vorbereitung). Es handelt sich dabei nicht um eine einfache Übersetzung, sondern um eine an verschiedenen linguistischen Parametern orientierte Adaptation. Die modern ausgerichtete Testbatterie ist gut theoretisch begründet, statistisch evaluiert, klinisch erprobt und international verbreitet. Sie ermöglicht durch die Vereinheitlichung von Outcome-Maßen sowohl den wissenschaftlichen Vergleich aphasischer Leistungsmuster über die sprachlichen Grenzen hinweg als auch eine umfassende klinische Diagnostik in mono- und multilingualen Kontexten. Die elektronischen Versionen des CAT ermöglichen eine vergleichende Testdurchführung auch in Sprachen, die die TherapeutIn selbst nicht beherrscht, was in der zunehmend multikulturellen und -lingualen Welt einen großen Mehrwert für eine umfassenden Diagnostik bietet.
Aufbau des CAT: Der CAT besteht aus drei Teilen: (1) Die symptomorientierte Sprachbatterie erfasst die Leistungen in den vier Modalitäten Sprechen, Verstehen, Lesen und Schreiben und gibt einen Überblick über das sprachliche Leistungsmuster in 26 Aufgaben. (2) Das kognitive Screening gibt erste Hinweise auf neuropsychologische Begleitstörungen, die Einfluss auf die Sprachleistung haben könnten. (3) Der Aphasia Impact Questionnaire (AIQ-21; Swinburn et al., 2018) berücksichtigt die Lebensqualität und das subjektive Empfinden der betroffenen Personen in Bezug auf die praktischen, psychologischen und sozialen Auswirkungen der Aphasie.
Mit bestem Gruß, Ihre Steffie Brühl und Henrike Wenger
Federführend: Stefanie Brühl (Leitung) & Henrike Wenger
Arbeitsgruppe: Tanja Grewe & Frank Domahs, Ferdinand Binkofski, Carola de Beer, Caterina Breitenstein, Klaus Willmes, Annegret Lorenz, Jana Quinting, Larissa Newen, Carmen Schweers
An dieser Stelle können Betroffene oder interessierte Eltern bzw. Angehörige von sprach- und sprechgestörten Menschen Sprachtherapeut:innen in ihrer Nähe finden.
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