20 Jahre Herbsttreffen Patholinguistik

Neue Folge von LingoScience, dem Logostudienpodcast #106

Tiefe Hirnstimulation bei anhaltendem Entwicklungsstottern

In den letzten Jahrzehnten zeigten Neuroimaging-Studien, dass Stottern mit funktionellen und strukturellen Unterschieden in kortiko-basal-thalamo-kortikalen Netzwerken verbunden ist, also in jenen Schleifen, die Kortex, Basalganglien, Thalamus und Kleinhirn miteinander verbinden. Diese Erkenntnisse haben zu der Hypothese geführt, dass eine gezielte Modulation dieser Netzwerke die Sprachflüssigkeit beeinflussen könnte. 

Nicht-invasive Verfahren wie die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS) konnten in früheren Studien eine Reduktion der Stotterhäufigkeit um etwa 26% zeigen, allerdings mit zeitlich begrenzten Effekten. Zudem erfordert tDCS wiederholte externe Anwendungen, was im Alltag nur bedingt praktikabel ist. Die tiefe Hirnstimulation unterscheidet sich hiervon grundlegend: Sie ist ein invasives neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden dauerhaft in spezifische Hirnareale implantiert werden. Über einen unter der Haut eingesetzten Impulsgenerator wird anschließend kontinuierlich elektrische Stimulation abgegeben. Deep Brain Stimulation (DBS) ist seit Jahren eine etablierte Therapie bei Bewegungsstörungen wie Parkinson-Tremor und Dystonie, wurde jedoch bislang nicht gezielt zur Behandlung von Stottern eingesetzt. 
Christian Kell und Kolleg*innen führten daher die erste Studie durch, in der DBS explizit zur Behandlung von Stottern angewandt wurde. Ziel war es zu untersuchen, ob die Stimulation des ventralen intermediären Kerns (VIM) des linken Thalamus die Symptomatik eines Erwachsenen mit schwerem, therapieresistentem Stottern reduzieren kann.

Und was dabei heraus kam? Das erfahrt ihr natürlich in einer neuen LingoScience-Folge, dem Logostudienpodcast vom dbs und Lingo Lab.

HIER geht es zu Folge 106 des Logostudienpodcasts!

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