In den letzten Jahren hat die Forschung gezielte therapeutische Ansätze identifiziert, um den Wortschatzerwerb bei Late Talkern zu fördern. Einer davon ist das VAULT-Protokoll (Vocabulary Acquisition and Usage for Late Talkers; Alt et al., 2014). VAULT ist eine individuelle Behandlung, die auf gezielter Stimulation basiert und großen Wert auf den sprachlichen Input legt, den der Therapeut dem Kind vermittelt. Theoretisch basiert VAULT auf den Prinzipien der Regelmäßigkeit und Variabilität des statistischen Lernens. Der Fokus auf sprachliche Regelmäßigkeit ermöglicht es dem Kind, die lexikalische Form einer Bedeutung effektiv zu kodifizieren, so dass es sie abrufen und reproduzieren kann. Auf diese Weise kann eine Erweiterung des Wortschatzes erreicht werden.
Frühere Studien zu VAULT konzentrierten sich jedoch auf Wörter, die bereits verstanden, aber noch nicht produziert wurden. Mary Alt und ihre Kolleginnen vom Department of Speech, Language, and Hearing Sciences der University of Arizona beschlossen daher, zu untersuchen, ob die VAULT-Methode auch bei Wörtern, die das Kind weder verstehen noch pro-duzieren kann, funktioniert. Im Mittelpunkt dieser Studie stand daher das Konzept der Kontextvariabilität, das laut Literatur für den Erwerb semantischer Informationen von grundlegender Bedeutung ist.
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