dbs-Symposium 2023 - Workshops

Workshop 1

Stimmtransition bei Trans*menschen
Thomas Lascheit

In diesem Workshop gewährt Thomas Lascheit, Mitentwickler der LaKru®-Stimmtransition,  Einblicke in die bewährte Methode zur Stimmfeminisierung. Die notwendigen Ziele zur Stimmfeminsierung werden erarbeitet und die LaKru®-Bausteine in der Gruppe geübt. Zusätzlich erörtern wir gemeinsam, wie die Übungen auch trans*männlichen und non-binären Personen helfen können.

Workshop 2

Kinderschutz in der Sprachtherapie
Marie Seeliger

Sprachtherapeut*innen werden in ihrem Berufsalltag immer wieder mit dem Thema Kindeswohlgefährdung konfrontiert. Ihre fachliche Perspektive sowie berufsethische und gesetzliche Verpflichtung zum Schutz von Kindern stellen wichtige Ressourcen für den interdisziplinären Kinderschutz dar, werfen aber auch Fragen auf: Was ist überhaupt eine Kindeswohlgefährdung? Wo liegen Beobachtungs- und Wahrnehmungschancen in der Sprachtherapie? Welche Schritte sind bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung zu gehen? Der Workshop beleuchtet sozialpädagogische und rechtliche Grundlagen zum Kindeswohl und seiner Gefährdung und zeigt darüber hinaus Möglichkeiten und Grenzen des Handlungsspielraums von Sprachtherapeut*innen auf.

Workshop 3

Wie Sprachförderung durch Einsatz mehrsprachiger Kinderbücher negatives Sprachprestige reduzieren kann
Arzu Gürz Abay

Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationsgeschichte ist bekannt. Weniger verbreitet ist, dass Interkulturelle Öffnung im Alltag selten dort gelebt wird, wo sie gebraucht wird. So wird „Sprachförderung“ häufig als Deutschförderung umgesetzt, obwohl Mehrsprachigkeit dem Deutscherwerb keinesfalls im Wege steht und individuell gefördert werden sollte.

In diesem Workshop werden sprachförderliche Maßnahmen zur interkulturellen Öffnung und Zusammenarbeit mit Familien vorgestellt. Die Teilnehmer*innen setzen sich mit mehrsprachigen Kinderbüchern auseinander, verstehen die Bedeutung kultureller und sprachlicher Wertschätzung. Sie bekommen einen Einblick in die Home Learning Umgebung, erkennen Effekte für die Zusammenarbeit mit Familien als Voraussetzung zur Förderung von Literacy.

Workshop 4

Heterogenität im Kontext von DaZ: von der Diagnostik mit LiSe-DaZ© zu einer linguistisch fundierten Intervention
Dr. Barbara Voet Cornelli, Dr. Rabea Lemmer, Prof. Dr. Petra Schulz

Mehrsprachige Kinder verfügen über heterogene Sprachbiografien. Neben Unter-schieden hinsichtlich des Alters bei Beginn des Deutscherwerbs und der Kontaktdauer tragen auch Qualität und Quantität des Inputs zur Heterogenität bei. Für die medizinisch-therapeutische Praxis stellt diese Zielgruppe eine Herausforderung dar, da oft unklar ist, welche Sprachfähigkeiten wann erwartbar sind. Neben einer sorgfältigen Anamnese ist daher eine zuverlässige Diagnostik unabdingbare Voraussetzung, um einen unauffälligen Erwerbsverlauf von einem Risiko für eine Sprachentwicklungs-störung abzugrenzen.

Im Workshop wird das Verfahren LiSe-DaZ© vorgestellt, das über Normen für Kinder mit Deutsch als Muttersprache (DaM) und als Zweitsprache (DaZ) unter Berück-sichtigung von Alter (und Kontaktdauer) verfügt. Die Teilnehmer*innen erfahren, wie das Verfahren auch für Kinder einsetzbar ist, die z.B. aufgrund des Alters oder späten Erwerbsbeginns nicht den Normen entsprechen. Die mit LiSe-DaZ© ermittelten Therapieziele lassen sich mit linguistisch fundierten Materialien unterstützen. Die Teilnehmer*innen lernen Fördermaterial kennen, das sich auch für die Therapie eignet.

Workshop 5

Stärken stärken – Stärkenorientierung für Therapeut*innen
Stephanie Parau

Stärken zu Stärken ist deutlich sinnvoller als an seinen Schwächen herumzudoktorn. Im Workshop geht es daher um Ihre ureigenen Stärken. 

Wie setzen Sie Ihre Stärken bereits im (Berufs-)Alltag ein? Welches Können, welche Ausstrahlung und welche Bedürfnisse sind damit verbunden? Welches Umfeld benötigen Sie, um Ihre Stärken einsetzen zu können und Ihre Ressourcen zu schonen? Und: Wie geht man mit Schwächen um?

Der Workshop gibt auf diese Fragen Antworten. Und: Mit Hilfe eines Online-Verfahrens ermitteln Sie vorab Ihre Stärken, denn es ist gar nicht so leicht, zu ermitteln, was man gut kann.

Stephanie Parau arbeitet, neben ihrem Job als Sprachtherapeutin, als Coach und Trainerin im Bereich Stärkenorientierung: "Setze ich meine Stärken im Arbeitsalltag ein, konzentriere ich mich auf das, was mir liegt, was leicht, einfach, intuitiv ist, was mir Freude bereitet. Und ich sehe, was ich getrost anderen überlassen kann. Man muss nämlich nicht alles können."

Workshop 6

Leichte Sprache im Kontext von Sprachtherapie
Ilka Bröcheler

Lange, unübersichtliche Texte mit unbekannten Begriffen, sind insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen eine unüberwindbare Barriere. Ebenso gesprochene, flüchtige Wörter, die nicht immer schnell genug verarbeitet werden können. Ein selbstständiges und selbstbestimmtes Handeln ist somit erschwert. Das Behindertengleichstellungsgesetz fordert, die Sprache entsprechend der Zielgruppen anzupassen.

Dazu gibt es die Leichte Sprache. Leichte Sprache ist eine speziell geregelte einfache Sprache und dient zur besonders leichten Verständlichkeit.
In dem Workshop geht es um die Vermittlung der Grundlagen der Leichten Sprache. Zudem wird es viel Zeit für praktische Übungen geben.

Workshop 7

Multimodale, alltagsintegrierte Sprachförderstrategie in inklusiven Bildungseinrichtungen – Praktische Implikationen für Kita & Schule
Natalie Frey, Verena Frank, Prof.  Dr. Carina Lüke

Die Teilnehmer*innen erwerben theoretische Grundlagen des Einsatzes lautsprachbegleitender ikonischer Gebärden als Sprachförderstrategie in den inklusiven Settings von Grundschulen und Kindertageseinrichtungen, welche ebenfalls eine Möglichkeit zum Transfer in die sprachtherapeutische Arbeit ermöglichen. Anhand praktischer Beispiele werden erste Gebärden, welche aus der Deutschen Gebärdensprache stammen, gelernt und Ideen zur Umsetzung im eigenen pädagogischen und therapeutischen Alltag gesammelt und reflektiert.

Workshop 8

Elternzentrierte Ansätze in Beratung mehrsprachiger Familien in der Sprachtherapie
Dr. Tatjana Klasig

Die Eltern im Mehrsprachenerwerbsprozess des Kindes spielen eine große Rolle, daher sollte die Zusammenarbeit mit den Eltern im Rahmen der Sprachtherapie mehrsprachiger Kinder ausreichend Berücksichtigung finden.

Die Gestaltung einer günstigen Sprachlernumgebung im mehrsprachigen Kontext ist für Eltern besonders herausfordernd, wenn ein Kind Sprachauffälligkeiten in einer oder mehreren Sprachen zeigt. Sie verfügen in der Regel über mangelhafte Kenntnisse zum Mehrsprachenerwerb und erhalten zudem häufig widersprüchliche Ratschläge. Sie fühlen sich in ihrem Sprachverhalten und im Umgang mit den Sprachen in natürlicher Kommunikation mit ihrem Kind unsicher. Dies wirkt erschwerend auf die Festigung der in der Sprachtherapie erzielten Fortschritte aus.

Im Workshop werden die Möglichkeiten sprachtherapiebegleitender, systematischer Beratungsangebote für kulturell und sprachlich divers erziehende Eltern thematisiert.

Therapeut*innenverzeichnis

An dieser Stelle können Betroffene oder interessierte Eltern bzw. Angehörige von sprach- und sprechgestörten Menschen Sprachtherapeut*innen in ihrer Nähe finden.

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