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KEY NOTE: Rhythmus und Timing in Sprech- und Sprachstörungen / Rhythm and timing in speech and language disorders

Prof. Dr. Simone Falk (Univ. Montreal)

 

In der Sprache, wie in der Musik, strukturiert Rhythmus unser Spracherleben sowie die Sprachproduktion in der Zeit. Beispielsweise ermöglichen Akzentstrukturierungen und Silbendauern, Sinneinheiten wie Wörter und Phrasen zu segmentieren oder die Aufmerksamkeit des Hörers auf bestimmte Diskursbestandteile zu lenken. Neuere Forschungen dokumentieren interessante rhythmische Effekte auf die Sprachproduktion bei  Patienten mit Sprach- und Sprechstörungen. Rhythmisch modelliertes Sprechen zum Beispiel kann bei Patienten mit erworbenen und entwicklungsbedingten nicht-flüssigen Sprach- und Sprechstörungen die Sprachproduktion verbessern. Weiterhin zeigen immer mehr Studien Zusammenhänge zwischen nicht-sprachlichen rhythmischen Fähigkeiten (z.B. musikalisches Klopfen und Trommeln) und sprachlichen Leistungen im Bereich von Sprachentwicklungsstörungen (z.B., Lese-Rechtschreib-Schwäche, Stottern) und diskutieren die Möglichkeit musikalisch-rhythmischer Therapieprogramme.

 

Der Vortrag gibt einen Überblick über die neuesten Forschungsergebnisse zur neuronalen Verarbeiten von Rhythmus sowie zum Potential und den Grenzen von rhythmischen Effekten in der Sprachproduktion und –wahrnehmung von Kindern und Erwachsenen mit Sprech- und Sprachstörungen.

Semionar1: Klinische Schluckuntersuchung (KSU) nach FKH-Standard

Barbara Lueb

 

Eine klinische Schluckuntersuchung hat als differenzierte klinische Schluckdiagnostik als Ziele, aus ihren Ergebnissenerste Hypothesen zur Pathophysiologie abzuleiten, ggf. die indizierte bildgebende Schluckdiagnostik begründen zu können, einen (vorläufigen) spezifischen Behandlungsplan zu erstellen und die Grenzen der klinischen Dysphagiediagnostik abzuschätzen.

 

In Deutschland existiert (bisher) kein psychometrisch getesteter Standard einer KSU, kein „Goldstandard“ (vgl. Leitlinien Prosiegel et al. 2012).

Vorgestellt wird der Diagnostikbogen der klinischen Schluckdiagnostik (KSU) nach FKH-Standard, der als hausinterner Standard in der Fachklinik Bad Heilbrunn verwendet wird. Erwird hinsichtlich seiner theoretischen Fundierung, Vorgehensweise, Dokumentation und Interpretation (z.B. Anamnese, Hirnnervenstatus, Schluckversuche, Bestimmung Penetrations-/Aspirationswahrscheinlichkeit, Abschätzung Pneumonierisiko, Hypothesen zur Pathophysiologie, Indikation welche Bildgebung) dargestellt und zur Diskussion gestellt.Praktischer Workshopanteil wird die konkrete Untersuchung des Würgreflex sein, der hinsichtlich der Aussagekraft/Interpretation diskutiert werden soll.

 

Literatur:

Prosiegel M (federführend) et al. (2012): Leitlinien Diagnostik und Therapie in der Neurologie: Neurogene Dysphagien. Stuttgart, Thieme

 

      

Seminar 2: Restaphasie – Diagnostik und Therapie

Dr. Petra Jaecks

 

Ziel dieses Workshops ist es, den Teilnehmer*innen den Umgang mit Patient*innen mit Restaphasie im therapeutischen Alltag zu erleichtern. Die Situation ist aus dem therapeuti­schen Alltag bekannt: die Aphasie hat sich sehr gut zurückgebildet, im AAT zeigt sich das Ergebnis „keine Aphasie/Restsymptome". Doch es finden sich weiterhin subtile Defi­zite. Sind diese als pathologisch zu bezeichnen oder handelt es sich bei den sehr leichten Störungen um eine so genannte Restaphasie, die weiterhin therapiert werden sollte? Welche diagnostischen Möglichkeiten habe ich als Therapeut*in, um eine Restaphasie zu erkennen? Welche therapeutischen Verfahren eignen sich, um restaphasische Störungen zu behandeln?

 

Dieser "Workshop-im-Workshop" vermittelt in einem ersten Teil Verfahren der Diagnostik und Therapie für Patient*innen mit Restaphasie. Im zweiten Teil werden mit den TeilnehmerIn­nen Fallbeispiele und Erfahrungen diskutiert. Dazu bringen Sie bitte eine Kurzbeschreibung, gerne in Stichworten, zu Ihrem Fall oder dem Einsatz von Diagnostikverfahren bzw. Therapiemate­rialien mit1. In der Gruppe wollen wir dann z.B. diskutieren, welche Verfah­ren sich in der Praxis bewährt haben, welche Schwierigkeiten im Umgang mit Restaphasie auftreten oder welche subjektiven Erfahrungen Sie bisher gemacht haben. Die Diskussionseinheit soll als Austauschplattform dienen, um gegenseitig von den Erfahrun­gen der Anderen zu profitieren.

 

Literatur:

Freudenberg, M., Honekamp, A., Mende, M., &Zückner, H. (1994). Textarbeit mit Aphasi­kern. Forum Logopädie, 2, 7-10.

Jaecks, P. (2014). Restaphasie. Forum Logopädie. Stuttgart: Thieme

Jaecks, P., Hielscher-Fastabend, M. &Stenneken, P. (2012). Diagnosing residual aphasia using spontaneous speech analysis. Aphasiology, 26, 953-970.

 

1 Es ist keine Voraussetzung, eine eigene Falldarstellung mitzubringen, um an diesem Work­shop teilzunehmen. Der Diskussionsteil kann jedoch nur dann stattfinden, wenn min. drei weitere Fallbeschreibungen mitgebracht werden. Diese müssen nicht im Sinne eines Vortrags präsentiert werden. Sie sollten aber in knappen Worten die jeweilige Therapie bzw. Diag­nostik vorstellen und Anregungen bzw. konkrete Fragen für die Diskussionseinheit enthal­ten.

Seminar 3: Dysarthrien bei Kindern

Theresa Schölderle & Elisabet Haas

 

Die klinische Versorgung von Kindern mit Dysarthrie stellt eine große Herausforderung dar. Bislang stehen keine spezifisch für Kinder entwickelten Diagnostik- oder Therapieansätze zur Verfügung. Daher werden Konzepte und Methoden, die für Erwachsene mit Dysarthrie etabliert sind, übertragen. Dieses Vorgehen ist jedoch problematisch, da Test- und Übungsaufgaben für Erwachsene mit Kindern häufig nicht durchführbar sind (z.B. Lesetexte), insbesondere wenn eine Mehrfachbehinderung vorliegt. Zudem werden Entwicklungsaspekte, die die Ausprägung der Sprechstörung beeinflussen können, bisher kaum berücksichtigt.

 

Das Seminar vermittelt Grundlagen zu kindlichen Dysarthrien, stellt die Herausforderungen, die Diagnostik und Therapie kindlicher Dysarthrien mit sich bringen, dar und zeigt Handlungsmöglichkeiten für den klinischen Alltag auf.

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