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2. Kölner Praxistag

Montag, 11. November 2019, 16:26 Uhr, Alter: 25 Tage

Am Samstag, den 09.11.2019, lud die Abteilung Sprachtherapie der Universität zu Köln ihre (dbs-) Partnerpraxen zum 2. Kölner Praxistag ein, zu dem sich rund 70 Teilnehmer einfanden. Die Mitarbeiter der beiden Lehrstühle hatten ein buntes, sehr interessantes Vortragsprogramm für ihre Kooperationspartner zusammengestellt. Außerdem zeigte eine Posterausstellung aktuelle Forschungsprojekte der Sprachtherapie in Köln.

 

Nach der Begrüßung durch Dr. Kristina Jonas begann der Vortragsreigen mit Dr. Eva Wimmer, die mit ihrem Vortrag Sprachliche Fähigkeiten von Kindern mit Down-Syndrom aufzeigte, dass die Sprachentwicklung von Kindern mit Down-Syndrom häufig stark verzögert ist. Ein wichtiger Faktor hierbei ist das häufig stark eingeschränkte verbale Kurzzeitgedächtnis, was sich in einer stark eingeschränkten Syntax niederschlägt. In der Therapie sollte deswegen das Verstehen von Sätzen mehr in den Mittelpunkt gerückt werden.

 

Dr. Katharina Albrecht stellte als zweite Rednerin die Schwierigkeit der Erstellung eines Aussprachetests bei türkisch-deutschen bilingualen Kindern vor. Auch die Durchführung erfordere einen erhöhten Aufwand. So sollte die Therapeutin möglichst die kulturellen Einflüsse und phonologischen Regeln der türkischen Sprache kennen. Die Elternunterstützung ist bei der Durchführung der Diagnostik sehr wichtig. Der von Frau Albrecht entwickelte Test soll in einer Pen- und Paperversion erscheinen, außerdem ist eine computergestützte Version angedacht.

 

Mit ihrer vorgestellten Bachelor-Arbeit „Was wirkt wie? Einfluss von Kognitivem Training und Sprachtherapie auf den Wortabruf bei Aphasie“ fand Verena Quitmann durchaus signifikante Verbesserungen im Wortabruf bei einer Kombination von Sprachtherapie und neurokognitiver Therapie heraus. Sie schlägt eine Kombination aus neuropsychologischer – und Sprachtherapie vor, um die Therapie von Wortfindungsschwierigkeiten effizienter zu machen.

 

Nach einer Kaffeepause stellten Dr. Kristina Jonas und Anne Hüsgen den B.A.-Studiengang mit seinen Praxisanteilen noch einmal kurz vor. Zum Team Praktikumsbetreuung gehören Anne Hüsgen, Katharina Albrecht.

 

Dr. Stephanie Riehemann und Sandra Mennicken konnten mit ihrem Vortrag Sprachtherapie oder Sprachförderung? Diagnostische Marker einer SES bei Mehrsprachigkeit ähnlich wie Katharina Albrecht ausführen, wie schwierig es ist, Tests für bilinguale Kinder zu erstellen, da Testitems nach ihrer kulturellen Sprachabhängigkeit hinterfragt werden müssen. Um zu entscheiden, welche Intervention ein Kind benötigt, solle man sich eines diagnostischen Mosaiks behelfen. Diagnostische Marker (wie z.B. phonologisches Arbeitsgedächtnis, Syntax, Morphologie) seien über eine gut geplante Anamnese und vorhandene Tests recht gut zu finden.

 

Einen ganz anderen Bereich der Sprachtherapie beleuchtete Jana Quinting, M.Sc., mit ihrem Vortrag Kognitive Kommunikationsstörungen und ihre Diagnostik. Kognitive Kommunikationsstörungen, wie sie z.B. bei demenziellen oder diversen psychiatrischen Erkrankungen auftreten können, sind bisher leider noch nicht eindeutig in der Sprachtherapie verortet. Es gibt womöglich aus diesem Grunde auch noch keine umfassenden Sprachdiagnostika in diesem Bereich. Auch hier muss man sich eher mit Tests aus angrenzenden Bereichen (z.B. Aphasietests) behelfen, wobei zu bedenken ist, dass Aphasiker besser kommunizieren als sprechen können, Patienten mit einer kognitiven Kommunikationsstörung allerdings besser sprechen als kommunizieren.

 

Den Vortragsreigen beendete Dr. Ilona Rubi-Fessen mit ihrem spannenden Vortrag „Boost the Brain?“ – Evidenzen, Chancen und Grenzen der nicht-invasiven Hirnstimulation bei Apahsie. Sie stellte zwei Methoden dieser Form der Hirnstimulation vor: die repetetive transkranielle Hirnstimulation und die transkranielle Gleichstromstimulation vor, mit denen es möglich ist Teile des Gehirns zu (re)aktivieren oder zu hemmen und dadurch einen effektiveren Erfolg bei der Aphasietherapie zu erzielen. Es gibt Evidenzen dafür, dass die transkranielle Hirnstimulation, wenn sie additiv zur regulären Aphasietherapie verabreicht wird, diese gut unterstützen kann.

 

Das Programm des 2. Kölner Praxistags war wieder einmal vollgepackt und für die Teilnehmer ein absoluter Gewinn. Im Namen aller Praxisinhaber des dbs kann ich mich nur bedanken für den Aufwand und die Qualität des Praxistages und ich hoffe, dass er zu einer Tradition wird.

 

Dieter Schönhals

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